FAQ

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Was ist eine private Arbeitsvermittlung?

Eine private Arbeitsvermittlung ermöglicht es Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, ihre offenen Stellen schnell, gezielt und ohne erheblichen eigenen Aufwand mit geeigneten Mitarbeitern zu besetzen. Gleichzeitig richten sie sich an Arbeitsuchende, die eine professionelle Unterstützung wünschen, um schneller Kontakt zu interessanten Stellenanbietern zu finden. Letztendlich unterstützen private Vermittler auch die Bemühungen der Arbeitsagenturen bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, wenn sie in deren Auftrag tätig werden. Personalvermittler bieten ihre Dienstleistung also Unternehmen, Arbeitsuchenden und u.U. der staatlichen Arbeitsverwaltung gleichermaßen an.

Worauf muss ich bei einer privaten Arbeitsvermittlung achten?

Es gibt in der großen Masse privater Arbeitsvermittler leider auch einige schwarze Schafe. Erkennen können Sie unseriöse Unternehmen beispielsweise daran, dass Sie angehalten werden, sich vertraglich auf eine bestimmte Zeit an den Vermittler zu binden. Dadurch erhoffen diese sich, ihre Chancen auf die Einlösung Ihres Vermittlungsgutscheins zu erhöhen. Zudem gibt es Arbeitsvermittler, die einen bestimmten Betrag pro geschriebene Bewerbung verlangen. Dies ist rechtswidrig, da eine Bezahlung (per Vermittlungsgutschein bzw. vereinbarter Provision) nur nach erfolgreicher Vermittlung vorgesehen ist. Von solchen Agenturen sollten Sie sich distanzieren.

Sind private Vermittler Zeitarbeitsfirmen?

Nein, eine Arbeitsvermittlung stellt lediglich den Kontakt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber her. Im Gegensatz dazu geht man mit einer Zeitarbeitsfirma ein direktes Arbeitsverhältnis ein. Hierzu gehört auch ein Arbeitsvertrag. Dennoch gibt es inzwischen viele Firmen , die Arbeitsvermittlung und Zeitarbeit gleichermaßen anbieten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Firma keinen Anspruch auf die Einlösung eines Vermittlungsgutscheins hat, wenn sie in die eigene Zeitarbeitsfirma vermittelt.

Was ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung?

Dies ist eine Tätigkeit von mindestens 15 Stunden wöchentlich bei einem Verdienst von über 400 € monatlich, bei der Sozialabgaben (Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) gezahlt werden müssen.

Was ist ein Vermittlungsgutschein?

Ein Vermittlungsgutschein ist ein Dokument, mit dem Sie einen bzw. mehrere private Arbeitsvermittler mit der Suche nach einem Arbeitsplatz beauftragen können. Bei einer erfolgreichen Vermittlung erhält der Vermittler eine Provision von der Agentur für Arbeit bzw. dem JobCenter. Dabei müssen jedoch bestimmte Rahmenbedingungen beachtet werden: Es muss sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handeln, bei der von vornherein eine Beschäftigungsdauer von mindestens drei Monaten vereinbart wird.

Woher bekomme ich einen Vermittlungsgutschein?

Sie bekommen den Vermittlungsgutschein bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. beim JobCenter.

Habe ich Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein?

Sie haben Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein, wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen und nach mindestens sechswöchiger Arbeitslosigkeit noch keine Anstellung finden konnten. Beziehen Sie Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV liegt es im Ermessen Ihres Sachbearbeiters, ob er Ihnen einen Vermittlungsgutschein ausstellt.

Wie lange ist ein Vermittlungsgutschein gültig?

Ein Vermittlungsgutschein ist ab dem Ausstellungsdatum drei Monate gültig.

Wer kann eine private Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich jeder; Die Inanspruchnahme der Vermittlungsdienstleistung ist nicht an einen Vermittlungsgutschein gebunden. Zu beachten ist jedoch, dass der Vermittler für seine Leistungen eine Provision in Rechnung stellen wird. Der Arbeitnehmer trägt die Kosten der Vermittlung von maximal 2000 €.

Kann ich auch ohne Vermittlungsgutschein vermittelt werden?

Ja. Ohne Vermittlungsgutschein erhebt eine private Arbeitsvermittlung bei erfolgreicher Vermittlung jedoch eine Vermittlungsprovision. Der Arbeitnehmer trägt die Kosten, jedoch maximal 2000 Euro.

Kann ich in einen Nebenjob/Minijob vermittelt werden?

Ja, jedoch sollten Sie wissen, dass es sich in diesem Fall um keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handelt. Der Vermittlungsgutschein kann für solche Tätigkeiten nicht eingesetzt werden. Deswegen müssen Sie den Betrag für den Vermittlungsservice selbstständig bezahlen, auch wenn dieser bei einem Minijob geringer ist.

Ist ein Vermittlungsvertrag notwendig?

Ja, dieser ist bei einer Vermittlung mit Vermittlungsgutschein vom Gesetzgeber vorgeschrieben, um das Vertragsverhältnis zwischen Arbeitsuchenden und Vermittler nachzuweisen. Im Vertrag werden zudem die Rechte und Pflichten der Vertragspartner festgehalten.

Welche Datenschutzbestimmungen sind zu beachten?

Diese können dem SGB III entnommen werden. Der § 298 besagt folgendes:
(1) Vermittler dürfen Daten über zu besetzende Ausbildungs- und Arbeitsplätze und über Ausbildungsuchende und Arbeitnehmer nur erheben, verarbeiten und nutzen, soweit dies für die Verrichtung ihrer Vermittlungstätigkeit erforderlich ist. Sind diese Daten personenbezogen oder Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, dürfen sie nur erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, soweit der Betroffene im Einzelfall nach Maßgabe des § 4a des Bundesdatenschutzgesetzes eingewilligt hat. übermittelt der Vermittler diese Daten im Rahmen seiner Vermittlungstätigkeit einer weiteren Person oder Einrichtung, darf diese sie nur zu dem Zweck verarbeiten oder nutzen, zu dem sie ihr befugt übermittelt worden sind.

(2) Vom Betroffenen zur Verfügung gestellte Unterlagen sind unmittelbar nach Abschluss der Vermittlungstätigkeit zurückzugeben. Die übrigen Geschäftsunterlagen des Vermittlers sind nach Abschluss der Vermittlungstätigkeit drei Jahre aufzubewahren. Die Verwendung der Geschäftsunterlagen ist zur Kontrolle des Vermittlers durch die zuständigen Behörden sowie zur Wahrnehmung berechtigter Interessen des Vermittlers zulässig. Personenbezogene Daten sind nach Ablauf der Aufbewahrungspflicht zu löschen. Der Betroffene kann nach Abschluss der Vermittlungstätigkeit Abweichungen von den Sätzen 1, 3 und 4 gestatten; die Gestattung bedarf der Schriftform.

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